Unser Neujahrsempfang: beschwingter Start in 2018

Eingestimmt von fröhlichem Gipsy Swing vom Schnuckenack Bader Quartett fanden sich rund 90 Gäste – darunter zahlreiche Gemeinderäte sowie Vertreter von DGB, ProBahn, ADFC, Caritas, und pro familia – zum traditionellen Neujahrsempfang unseres Kreisverbands im Café im Schmuckmuseum ein.

Die erste Rede hielt unsere Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann, die einen Einblick in ihre Tätigkeit mit dem Schwerpunkt auf Pforzheim und Enzkreis gab. Sie spannte ihren Beitrag von ihren gesellschaftspolitischen Überzeugungen über ihr Engagement für soziale Einrichtungen bis hin zu ihren Veranstaltungsreihen „Zeitfragen“ und „Gut leben im Enzkreis“. Nachdrücklich wies sie auf die neue Wohnungsbauförderung des Landes hin, die allein für den sozialen Wohnungsbau 180 Millionen € bereit stellt.

Hauptredner war der junge Abgeordnete Danyal Bayaz aus dem Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen, der im September den Sprung in den Bundestag geschafft hatte und nun in einer energiegeladenen Rede über seine dortigen Eindrücke sprach: Junge Abgeordnete wie er sollten fraktionsübergreifend den Kontakt und das inhaltliche Gespräch suchen. Für das Miteinander in Politik und Gesellschaft müssten Brücken gespannt werden. Das gelte auch in Europa und darüber hinaus. Sich für die Umwelt einzusetzen, dürfe kein Alleinstellungsmerkmal der Grünen sein, sondern sei ein zentrales Thema, das sich jeder zu eigen machen müsse.

Musikalisch begleitet ging es über zum Buffet und anregenden Gesprächen.

LDK in Heidenheim

Auf der Landesdelegiertenkonferenz am 2. Adventswochenende in Heidenheim wurde u.a. der Geschäftsführende Landesvorstand,bestehend aus Sandra Detzer, Oliver Hildenbrand und Wolfgang Kaiser im Amt bestätigt, und ein neuer Parteirat gewählt. Außerdem wurde der Leitantrag „Integration schafft Zusammenhalt“ mit großer Mehrheit verabschiedet sowie weitere Anträge, mit denen z.B. gefordert wird, CETA nicht zuzustimmen, den Verkauf von Äckern und Böden fair zu besteuern (wider dem bisherigen Vorteil für Konzerne) und die befristete Einstellung von Lehrer*innen deutlich einzuschränken.
Für die gewesenen Bundestagskandidat*innen gab es noch ein Blümchen als Dankeschön.

Die Delegation des KV Pforzheim und Enzkreis…

… passt mengemäßig auch in/ auf ein E-Lastenfahrrad!

Blümchen für die Ex-Kandidatin

Veranstaltung „Fake News“

Stefanie Seemann, MdL hatte am 17.11. nach Niefern-Öschelbronn eingeladen, um sich im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Zeitfragen“ dem Thema „Fake News“ zu widmen. Kompetenter Gast war Prof. Dr. Frank Brettschneider. Hier  gibt’s einen Bericht über die Veranstaltung zum Nachlesen.

Beunruhigend: rasantes Insektensterben

Am 18. Oktober 2017 hat ein renommiertes Wissenschaftsjournal eine Studie ( http://journals.plos.org ) veröffentlicht, die das rasante Insektensterben ein weiteres Mal eindeutig belegt. 76% weniger Insekten – in Teilen sogar bis zu 82% weniger – wurde in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 festgestellt. Das bedeutet weniger Schmetterlinge, Bienen und Wespen aber auch unscheinbarere Fluginsekten in unserer Umwelt. Über weniger Stechmücken mag man sich vielleicht sogar noch freuen, aber der Schaden an der Ökologie ist dramatisch:

  • Insekten sind für die Bestäubung von circa 80 Prozent unserer Wildpflanzen verantwortlich. Allein für Deutschland schätzt der Umweltwirtschaftsbericht den Marktwert der davon abhängigen Produkte auf 2,5 Milliarden Euro. Weltweit sind es schätzungsweise 230 bis 570 Milliarden US-Dollar. Ohne Insektenbestäubung müssen wir auf Kaffee oder Kakao ebenso verzichten wie auf Äpfel oder Mandeln.
  • 60 Prozent der Vögel in der heimischen Natur ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Auch der Rückgang der Vogelpopulationen hat mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen.

Über lange Zeit war die Landwirtschaft Trägerin der Biodiversität. Die vielfältige Kulturlandschaft mit Hecken und Knicks, Bäumen und Oberflächengewässern bot Insekten wichtige Lebensräume und Nahrung. Doch die Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft hat ihre Rolle ins Gegenteil verkehrt. Großflächige Monokulturen, Erosion, Stickstoffüberschüsse aus Düngung oder Massentierhaltung und Belastungen aus dem massiven Pestizideinsatz haben entscheidenden Anteil am Insektensterben.

Der Bauernverband behauptet noch immer, dass die Agrarindustrie mit dem Insektensterbene nichts zu tun hätte. Das Gegenteil ist der Fall: Besonders die Verwendung chemisch-synthetischer Pestizide gehört zu den stärksten Treibern des Artenrückgangs in der Agrarlandschaft. Ackergifte schädigen verschiedenste Lebewesen. Totalherbizide wie Glyphosat töten komplette Nahrungs- und Lebensraumhabitate ab. Seit dem Jahr 1994 ist der Absatz an Pestizidwirkstoffen in Deutschland um die Hälfte gestiegen.
Über 100.000 Tonnen Pestizide landeten 2015 auf deutschen Äckern. Dabei werden immer wirksamere und damit oft auch toxischere Wirkstoffe eingesetzt. Am Absatz von Neonikotinoiden – das sind besonders bienengiftige Insektizide – hat sich trotz Teilverboten kaum etwas geändert. Bei Glyphosat hat die verkaufte Menge zwar abgenommen, dennoch gehört der Wirkstoff immer noch zum Standard des „Pflanzenschutzes“ auf rund 40 Prozent der deutschen Ackerflächen.

Wir müssen auch in Deutschland dringend einen anderen Weg einschlagen. Die grüne Bundestagsfraktion hatte deshalb in der vergangenen Wahlperiode einen umfassenden Plan zur Pestizidreduktion vorgelegt und einen entsprechenden Antrag an die Bundesregierung formuliert. Wir brauchen eine Landwirtschaft, die ökologische Zusammenhänge beachtet und ohne den Großeinsatz von Pestiziden auskommt.