BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Pforzheim und Enzkreis

Grüne Kreistagsfraktion besucht Hochschule

Recycling konsequent weiterführen

06.07.26 –

Die Abfallwirtschaft spielt für den Kreistag eine große Rolle, daher nutzte die Kreistagsfraktion der Grünen die Möglichkeit zum Austausch mit Professor Dr. Jörg Woidasky an der Hochschule Pforzheim. Der Wissenschaftler lehrt hier nachhaltige Produktentwicklung und ist auch Direktor der Forschungsstelle Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen. 

Im Mittelpunkt der Forschungen steht dabei die kreislaufgerechte Produktgestaltung, dass also schon bei der Herstellung auf geringen Ressourceneinsatz geachtet wird und die Möglichkeit der späteren Verwertung eine wichtige Rolle spielt. „Bei der Sortierung und Wiederverwertung der Abfälle sind wir heute oft noch auf dem Stand der 1990er Jahre, hier könnte viel mehr erreicht werden“ so der Wissenschaftler, der sich in diesem Bereich für eine Änderung der Qualitätsstandards ausspricht. Um die Sortierqualität zu erhöhen, wurden an der Hochschule Abfälle von 200 Haushalten untersucht, um zukünftig mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die unterschiedlichen Verpackungen präzise analysieren zu können. „Die KI trainiert die Systeme und mit Hilfe von Bilderkennung wird es dann möglich sein, die heute eingesetzten etwa 1.600 Verpackungstypen genauer für die Wiederverwertung einzusortieren“ erläuterte Prof. Woidasky ein laufenden Forschungsprojekt. Im Labor konnten die die Kreisräte vor Ort ein gutes Bild über aktuelle Forschungsvorhaben aus der Praxis machen. Zusammen mit Studentinnen und Studenten konnten sie neue Produkte aus Recyclingmaterial herstellen. Dabei wird untersucht, welche gesammelten Kunststoffe sich für welche Wiederverwertungen eignen. „Die PET-Getränkeflaschen eignen sich aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung sehr gut zum Recycling, hier zeigt das oft vielgescholtene Pfand eine gute Wirkung“ so der Wissenschaftler auf eine Nachfrage von Dr. Peter Pförsich zu positiven Auswirkungen von politischen Entscheidungen. Kreisrätin Christine Fischer interessierte sich für die Abfälle aus Krankenhäusern, auch hier arbeitet das Institut an Lösungen. „1,5 Tonnen fallen hier pro Krankenhausbett und Jahr an, die Herausforderung hier besteht bei den infektiösen Abfällen und bei Einwegprodukten aus Kunststoffen“ erläuterte Woidasky die Forschungen in diesem Bereich. Kreisrätin Pina Stähle interessierte sich für den geplanten Produkt-Pass für die Deklarierung von Herstellungen. „Dieser wird gerade bei Autobatterien getestet und würde natürlich die spätere Verarbeitung wesentlich erleichtern“ so der Wissenschaftler. Er erläuterte auf Nachfrage von Kreisrat Bernd Kaufmann auch, dass bis in ca. 3 Jahren auch ein Recycling von Windkraftanlagen möglich wäre. 

„Viele unserer Verpackungen werden auf Erdölbasis hergestellt, die aktuellen Entwicklungen zeigen wieder, dass wir mit unseren Ressourcen viel sparsamer umgehen müssen, das ist auch der Antrieb für unsere Forschungen“ lautete das Fazit von Prof. Woidasky dem sich die Kreisräte nur anschließen konnten.

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