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Bündnis 90/Die Grünen

In Pforzheim und im Enzkreis

  • Im Bild v.l.n.r.: Prof. Dr. Ing. Bernhard Kölmel, Dr. Anna Christmann und Carsten Kraus

Podiumsdiskussion „Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt“

Veranstaltungsbericht

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04. Nov. 2020 –

Im Innotec in Pforzheim fand am 14. Oktober 2020 eine Podiumsdiskusion statt, mit:

  • Dr. Anna Christmann, MdB Bündnis 09/Die Grünen und Mitglied der Enquetekommission KI
  • Carsten Kraus, CEO Omikron Data Quality GmbH
  • Prof. Dr.-Ing. Bernhard Koelmel, Hochschule Pforzheim

Künstliche Intelligenz KI
KI – ein Thema, dem viele mit Skepsis und Vorbehalten begegnen. Humanoide Roboter mit menschlichem Antlitz, Maschinen, die uns ersetzen, uns vielleicht sogar überlegen sind und plötzlich auf dem Trip, uns zu beherrschen. Das Sciencefiction-Horror-Szenario schlechthin. Ist das nur Fiktion in Büchern und Filmen oder kann das Realität werden? Viele Fragezeichen gab es im Vorfeld zu dieser Podiumsdiskussion.

Starke KI vs schwache KI
Es wird zwischen der schwachen und der starken KI unterschieden. Ein Roboter, der intelligent reagiert und wie ein Mensch handelt, steht für die starke KI, die jedoch noch über Jahrzehnte keine Realisierung finden wird, wie Fachleute ausführen.
An diesem Abend ging es um die schwache KI, bei der der Mensch das Ergebnis vorgibt und die den Menschen im Denken unterstützen, Anwendungsprobleme lösen soll und lernfähig ist. Eine Technik mit zukunftsweisendem Potential. Dennoch braucht es abgesteckte Rahmenbedingungen, um Schäden durch KI zu verhindern.

Die Enquete Kommission KI
Anna Christmann konnte genau dazu, als Mitglied der Enquete Kommission KI, Antworten geben. Die Kommission konstituierte sich 2018, um den ethischen Rahmen für die Nutzung von KI zu bestimmen. Sie setzt sich aus 19 Bundestagsmitgliedern und 18 externen Sachverständigen zusammen. Die Kommission sieht ihre Aufgabe darin, diese Technik zum Wohle der Menschen zu gestalten. Nicht alles, was machbar ist, ist hilfreich. Hier ist ein hoher moralischer Standard erforderlich.

Wandel der Arbeitswelt
KI wird unabdingbar zu einem Wandel in der Arbeitswelt führen, Automatisierungen schreiten voran, Arbeitsplätze fallen weg. Ein Beispiel ist der Einsatz von Robotern in der Gefahrenabwehr, was menschliches Leben schützt. KI schafft neue Arbeitsplätze, weshalb es wichtig ist, frühzeitig Menschen um- und auszubilden, um mit der künstlichen Intelligenz richtig umzugehen. Hier ist die Einbindung von Betriebsräten zwingend notwendig.
Der Datensensibilität ist hohe Wachsamkeit zu schulden. Was wird eingespeist und wie werden die Daten verarbeitet? Vieles ist möglich, aber bei weitem nicht alles ist zum Wohle der Menschen. Der Sicherheit ist ein wichtiges Augenmerk zu widmen, wobei mit KI selbst eine effiziente Cyberabwehr gestaltet werden kann.

KI Entwicklung
Mit Carsten Kraus, Gründer von Omikron Data Quality, und seit langen Jahren Entwickler von KI, konnte ein Experte berichten. Der Fortschritt und die Möglichkeiten werden in den nächsten 20 Jahre in enormer Geschwindigkeit vorangehen und in allen Branchen eine wichtige Rolle spielen. Es kann die Chancen zur Entwicklung der Diversität in der Landwirtschaft fördern. Ein weiterer Aspekt ist die autonome Mobilität, die den Verkehr sicherer machen soll. Und auch hier muss die Entwicklung ethischen Ansprüchen angepasst werden. Ein großes Problem der Branche sieht Carsten Kraus aktuell im Fehlen von ausgebildeten KI-Experten und KI-Trainern.

Blick der Wissenschaft
Bernhard Koelmel, Experte für Zukunftstechnologien, berichtet spannend und anschaulich über Möglichkeiten und Risiken dieser Technik. KI schafft höhere Rentabilitäten, mehr Sicherheit und Effizienzsteigerungen durch neue Geschäftsmodule. Bernhard Koelmel machte darauf aufmerksam, dass nicht alles, was möglich ist, gut ist. Gesichtserkennung kann schon heute kleinste Veränderungen in den Gesichtszügen auslesen, die z. B. durch Bilder hervorgerufen werden und der Computer ist in der Lage diese Daten zu interpretieren. Ein tiefer Blick in unser Innerstes. Genauso könnten durch bessere Eingangsparameter Operationen optimiert werden, um Todesfälle zu verringern. Dazu wäre der Zugriff auf Patientendaten erforderlich, was durch den Datenschutz ausgeschlossen ist. Hieraus ergibt sich wieder eine enge Verknüpfung von KI und ethisch-moralischen Grundsätzen, die unabdingbar sind.

Baden-Württembergs große Chance
Anna Christmann sieht Baden-Württemberg da in einer wichtigen Rolle für die Entwicklung von KI in Deutschland und Europa. Mit dem Cyber Valley ist eine der größten europäischen Forschungskooperationen entstanden. Hier arbeiten die Unis von Stuttgart und Tübingen und große Unternehmen an der Entwicklung von KI. Auch hier gibt es einen Ethikrat, dessen Mitglieder vom Wissenschaftsministerium berufen werden. Diese kommen nicht nur aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft
– auch Fridays for Future ist im Rat vertreten.

Fazit
KI ist eine wichtige Zukunftstechnologie, die den Menschen in vielen Bereichen hilfreich sein kann. Dafür braucht es genau geregelte ethisch-moralische Rahmenbedingungen. Eine große Herausforderung für Forschung, Politik und Gesellschaft.

Text Christiane Ginschel

Siehe auch:

Bericht der Pforzheimer Zeitung zur Veranstaltung (Extern)

Pressemitteilung vom 16. Oktober 2020 (PDF), Text Heinz Klemens

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